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Literaturland Thüringen: Wo Worte Weltgeschichte wurden

Herausgeber: Thüringen,

Dichter, Schriftsteller und Philosophen zieht es seit eh und je in den Freistaat im Herzen Deutschlands. Wo einst Martin Luther mit seiner Bibelübersetzung die deutsche Sprache formte, wandeln Besucher heute auf den Spuren berühmter Literaten.  

Martin Luther hat nicht nur unsere Sprache, sondern auch Weltbild und Gesellschaft nachhaltig geprägt und verändert. Von seinen Einflüssen als Religionsrebell gar nicht zu sprechen. Doch wer war er wirklich, der “Junker Jörg“, der Theologe und Kirchenspalter wider Willen, der von vielen falsch verstandene und immer wieder neu interpretierte groβe Zweifler? All diese Fragen sind die Basis dessen, was sich dieses Jubiläumsjahr zum Anlass nimmt.

Zwei Bibelübersetzungen als Lebenswerk
Wie übersetzt man einen Text, wenn es in der eigenen Sprache die passenden Wörter dafür noch gar nicht gibt? Genau vor diesem Problem stand einst der 1483 geborene Reformator Martin Luther. In den Jahren 1521/22 übersetzte er das Neue Testament innerhalb weniger Monate im Exil auf der Wartburg in Eisenach vom Griechischen ins Deutsche. Während dieser Zeit beklagte er oft, dass es der deutschen Sprache an Wörtern fehle, um der originalen Bibelsprache gerecht zu werden. Doch er wusste sich zu helfen und erfand neue Wortkreationen. Seinem Geiste entstammen noch heute gebräuchliche deutsche Wortschöpfungen wie Feuereifer, Herzenslust, Langmut und Machtwort. Später widmete sich Luther auch der Übersetzung des Alten Testaments. Erst im Jahr 1534 erschien zum ersten Mal die vollständige Übersetzung der gesamten Bibel. Dieses Werk überarbeitete und verbesserte Luther fortan bis zu seinem Lebensende und auch nach seiner Zeit folgten mehrere Revisionen.

Lutherstätten hautnah erleben
Luther, der in Erfurt studierte und im Freistaat Thüringen einen Großteil seines Lebens verbrachte, vereinte sprachliches Können mit theologischer Kompetenz. Er wusste so zu schreiben, dass jedermann – vom Kind über den einfachen Arbeiter bis zum Gelehrten – Sinn und Inhalt verstehen konnte. Einen Einblick in sein Leben und Schaffen gibt das Eisenacher Lutherhaus. Dort wird die Bibel in Form von klassischen Exponaten und modernen Medienstationen näher gebracht. Bei einem Rundgang wird ersichtlich, wie sehr Luther mit seinem Lebenswerk die deutsche Alltagssprache bis heute beeinflusst. Mit seinen akribischen, zeitintensiven Übersetzungen einte er über die Jahrhunderte die damals rund 20 verschiedenen Sprachen und Dialekte des deutschen Sprachraums.

Nationale Sonderausstellung auf der Wartburg
Einen authentischen Blick in die Vergangenheit können Besucher auch bei einem Besuch der Lutherstube auf der 900 Jahre alten Wartburg in Eisenach werfen. Dabei handelt es sich um die weltweit meistbesuchte Lutherstätte. Von 4. Mai bis 5. November 2017 findet auf der Wartburg eine von drei Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum statt. Sie trägt den Titel „Luther und die Deutschen“ und zeigt, wie sich das Lutherbild mit den Epochen veränderte. Zu sehen sind unter anderem rund 300 eindrucksvolle Exponate - von Gemälden, Druckwerken, Skulpturen und Grafiken bis zu Alltagsgegenständen.

Literaturland Thüringen und Deutsche Klassik
Luthers Wortkreatinen haben nicht nur die deutsche Sprache nachhaltig geprägt, sondern damit verbunden auch die deutsche Literatur. Diese ist seit jeher tief mit Thüringen verwurzelt. Kein Wunder, denn der Freistaat liegt nicht nur im Zentrum Deutschlands, sondern gilt seit langem als Zufluchtsstätte für Kreative und Freigeister. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die einstige Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, Anna Amalia, ein. Sie hatte einst einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung der Weimarer Klassik und formte Weimar zum kulturellen Zentrum Deutschlands mit. Die prunkvolle Herzogin Anna Amalia Bibliothek zählt zu den ersten öffentlich zugänglichen Fürstenbibliotheken in Deutschland und wurde schon von den Literaten der Weimarer beziehungsweise Deutschen Klassik genutzt. Dazu zählen neben Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller auch der Schriftsteller Christoph Martin Wieland und der Dichter, Theologe und Philosoph Johann Gottfried Herder. Alle vier Kulturschaffenden sind heute in Weimar in Stein gehauen zu bewundern.

Wiedererlebbare Stätten der Weimarer Klassik
Der Geist der großen Dichter und Denker ist in Weimar bis heute spürbar. Aber nicht nur das: Besucher wandeln in der Klassik-Stadt hautnah auf den Spuren von Schiller und Goethe. Beim Besichtigen von Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm kann man sich gut vorstellen, wie der Dichter an seinem Stehpult mit Sitzbock hockte und nachdenklich in die Weite der Parklandschaft blickte. Sechs Jahre lang lebte und arbeite er dort und schuf zahlreiche literarische Werke wie die Ballade vom „Erlkönig“. Auch Schillers ehemaliges Wohnhaus in der Schillerstraße steht Besuchern heute offen. Damals, im Jahr 1777, musste sich der Dichter hoch verschulden, um sich den Kauf des Gebäudes leisten zu können. Sein ehemaliges Arbeitszimmer ist auch noch 240 Jahre später  weitgehend mit der originalen Einrichtung ausgestattet. In diesem Raum brachte Schiller berühmte Dramen wie „Wilhelm Tell“ zur Vollendung. Beide Wohnhäuser zählen als Teil der „Weimarer Klassik“ zum Welterbe der UNESCO.

Einblick in die Kultursaison 2017
Noch heute werden Inszenierungen aus der Zeit der Deutschen Klassik im Nationaltheater und Staatskapelle Weimar aufgeführt, aber auch internationale Theaterklassiker wie beispielsweise William Shakespeares „Hamlet“. Am musikalischen Spielplan stehen 2017 darüber hinaus Opern wie „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven (Premiere: 25.3.2017) oder „Otello“ von Giuseppe Verdi (Premiere: 20.5.2017). Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt ist jedes Jahr der Weimarer Sommer. Von Mai bis September 2017 begeistern unterschiedliche Kulturveranstaltungen aus Musik, Tanz und Theater sowie Straßenfeste das Publikum. Am 28. Juli 2017 lädt die Klassik Stiftung Weimar dazu ein, Goethes 268. Geburtstag im Park an der Ilm zu feiern.

Zu Fuß auf den Spuren der Weimarer Literaten
Schon Goethe wusste, wie mannigfaltig sich die Welt präsentiert, wenn man die Perspektiven wechselt. „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“, schrieb er einst. Heute ermöglicht der iGuide, ein Minicomputer mit Unterhaltungswert, individuelle Touren durch Weimar. Besucher erfahren während eines Stadtbummels zahlreiche Details über 30 Sehenswürdigkeiten und lauschen Goethe und Schiller, die aus ihren Werken zitieren. Noch mehr Bewegung verspricht der 20 Kilometer lange Goethewanderweg zwischen Illmenau und Stützerbach, der den Spuren des Literaten folgt. Er führt  unter anderem an der 861 Meter hohen Erhebung Kickelhahn im Thüringer Wald vorbei, wo sich Goethe gerne aufgehalten hatte. Auf ein paar Bretter des heutigen „Goethehäuschens“, einer einfachen Jagdhütte aus Holz, schrieb er 1783 sein Gedicht „Wandrers Nachtlied“. Ein Stück weiter bergab, am großen Hermannstein, befindet sich eine in den Stein geschlagene Höhle. Auch dort verweilte der Literat während seiner Wanderungen gerne. Einmal soll er auch seine Freundin Charlotte von Stein, eine Hofdame der Herzogin Anna Amalia, hinaufgeführt haben. Es gibt also viel zu entdecken auf den Spuren des Literaten.

Details und weitere Informationen unter:
www.thueringen-entdecken.de
www.thueringen-entdecken.de/blog

Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“:
www.lutherland-thueringen.de/de/luther-und-die-deutsche-sprache-4565.html

Sechs spannende Fakten über Martin Luther im Thüringen-Blog:
www.thueringen-entdecken.de/blog/sechs-spannende-fakten-ueber-luther

Für weitere Informationen:

PrimCom
Ines Feurstein
T.: +43 1 522 26 34
i.feurstein@primcom.com

Thüringer Tourismus GmbH
Mandy Neumann
Tel.: +49 361 37 42 219
m.neumann@thueringen-entdecken.de


 

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