Winter stärker als vor Corona – Erfreuliche Prognosen für den Sommer

Herausgeber: Parahotellerie Schweiz | 16. Mai 2022

Die fünf Mitglieder der IG Parahotellerie haben die Wintersaison 2021/22 gut gemeistert und vermelden allesamt positive Ergebnisse. Ein Blick auf die aktuellen Buchungs- und Reservationszahlen lässt zudem auch auf einen erfolgreichen Sommer hoffen.

Die diesjährige Frühjahrsumfrage der IG Parahotellerie Schweiz bei ihren fünf Mitgliedsbetrieben BnB Switzerland, Interhome, Reka, den Schweizer Jugendherbergen (SJH) und TCS Camping steht nach zwei turbulenten Jahren ganz im Zeichen einer Normalisierung der Lage.

Um die Zahlen des vergangenen Winters (Anfang November bis Ende April) besser einordnen zu können, wurde als Referenzwert für einmal nicht das Vorjahr, sondern die Wintersaison 2019/20 herangezogen, die zumindest bis Mitte März noch «normal» verlief.

Der Ferienhausvermittler Interhome vermeldet in der Schweiz ein Buchungsplus von 64% (Umsatz plus 62%) gegenüber dem Winter 2019/20. Als Grund dafür werden die kurzfristig ausgesprochenen Einreisebeschränkungen sowie Auflagen für Winterferien im Ausland genannt. «Die Möglichkeit für einen Ski-Winter mit offenen Infrastrukturen in der Schweiz haben dazu geführt, dass die Buchungen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau stabil blieben», bilanziert Roger Müller, Country Manager Interhome Schweiz. Für das Unternehmen resultierte gar ein neuer Rekord: Noch nie in der bald 60-jährigen Geschichte waren die Ferienwohnungen und Ferienhäuser in der Schweiz so gut gebucht.

Auch die Schweizer Jugendherbergen schauen auf eine gute Wintersaison 2021/22 zurück – und dies trotz eines Rückschlages im Januar. Insgesamt stehen 19,7% mehr Logiernächte als vor Corona zu Buche.  «Insbesondere bei Schweizer Familien und Schulen bestand eine hohe Nachfrage», sagt CEO Janine Bunte. Zum Umsatzplus von 22,6% trugen zudem die neu eröffnete Jugendherberge im Schloss Burgdorf und das WellnessHostel3000 in Laax ihren Teil bei.

Bei Reka präsentierte sich während des Winters insbesondere der Januar stark. Aber auch der März und April liegen im Vergleich zu 2020 deutlich im Plus, was aber auch mit der pandemiebedingten Schliessung der Reka-Anlagen von Mitte März bis Mitte Mai 2020 zusammenhängt. Über den gesamten Vergleichszeitraum resultiert bei den Logiernächten ein Plus von 19%, bei den Belegungstagen von 21% und beim Umsatz 24%.«Aufenthalte in Ferienwohnungen und damit in den <eigenen vier Wänden> sowie kleinere Destinationen abseits der grossen Touristenströme sind nach wie vor gefragt», sagt Reka-Direktor Roger Seifritz. Auffallend: Während des Winters gab es viele kurzfristige Buchungen und tendenziell kürzere Aufenthalte, dafür aber höhere Ausgaben pro Buchung.

Wenig aussagekräftig ist der Vergleich bei TCS Camping. Denn: «Die fünf TCS Campingplätze, die über die Wintermonate geöffnet sind, mussten wir 2020 Mitte März schliessen. Zudem fiel die Saisoneröffnung der 24 Campingplätze anfangs April aus», sagt Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS. Tendenziell könne man aber eine leichte Zunahme der Logiernächte in der Wintersaison feststellen. 

Bei BnB Switzerland sorgten das schöne Wetter und die guten Schneeverhältnisse für einen erfreulichen Winter mit vielen spontanen Buchungen. «Wir konnten zudem wieder deutlich mehr ausländische Gäste begrüssen», sagt Geschäftsführerin Dorette Provoost.

Sommer 2022 – gut, besser, am besten?

Überaus positiv gestaltet sich bei fast allen Mitgliedern der IG Parahotellerie der Ausblick auf die kommende Sommersaison (1. Mai bis 31. Oktober 2022). Allein die TCS-Campingplätze verzeichnen bei den Online-Buchungen im Vergleich zum Sommer 2019 einen Anstieg von sage und schreibe 241%. «Der Camping-Trend, der schon vor Corona eingesetzt hat und durch die Pandemie verstärkt wurde, setzt sich erfreulicherweise fort», sagt Oliver Grützner. Auffallend sei dabei, dass vor allem für die Hochsaison sehr früh gebucht werde. Im Wissen, dass viele Campingplätze in den vergangenen beiden Sommern ausgebucht waren, scheinen viele Gäste auf Nummer sicher gehen zu wollen.

Auch bei Interhome gehen die Buchungen für den Sommer wie schon in den vergangenen zwei Jahren durch die Decke. Im Vergleich zum Sommer 2019 freut man sich in der Schweiz über ein Buchungsplus von 103%, beim Umsatz sind es 104%. «Erste Tendenzen zeigen, dass rund 56% der Schweizer Interhome-Gäste ihre Ferien in der Heimat verbringen möchten», sagt Roger Müller. Hoch im Kurs steht dabei das Tessin, gefolgt vom Berner Oberland und dem Wallis. Und nicht zuletzt finden ausländische Gäste vermehrt den Weg zurück in die Schweiz.

Nachfrage nach Auslandferien nimmt zu

Ebenfalls ein Buchungsplus (7,7%) vermelden die Schweizer Jugendherbergen. «Anhaltende Reiserestriktionen insbesondere im asiatischen Raum scheinen viele Schweizerinnen und Schweizer dazu zu verleiten, auch diesen Sommer in der Heimat zu verbringen», so Janine Bunte. Diese kommen dann bereits in den Genuss von neu geschaffenen Angeboten. Im Frühjahr wurde mit «Yoummi» ein neues kulinarisches Angebot eingeführt, das neuen Gästebedürfnissen wie nachhaltige Menüs auf vegetarischer oder veganer Basis Rechnung trägt. Neu in mehreren Herbergen sind auch die Self-Kioske, die Gästen rund um die Uhr alles Mögliche für den täglichen (oder nächtlichen) Bedarf bieten. Erweitert wurde auch das Netzwerk. Anfang April 2022 hat die neue Jugendherberge im Freizeitzentrum Franches-Montagnes in Saignelégier JU eröffnet. Zudem nehmen die Schweizer Jugendherbergen im Juli mit dem Wellnesshostel St-Luc VS nach Saas-Fee und Laax bereits das dritte Wellnesshostel in Betrieb.

Neues gibt es auch bei BnB Switzerland zu vermelden: So ist die Einschreibung nicht mehr nur für Bed & Breakfast-Unterkünfte möglich, sondern seit Ende 2021 auch für STV-zertifizierte Gästezimmer und Ferienwohnungen. «Seither verzeichnen wir einen erfreulichen Zuwachs von Gästezimmern», sagt Dorette Provoost.

Für einmal weniger positiv sind die Sommeraussichten bei den Reka-Feriendörfern – und dies trotz eines sehr guten Starts ins 2022: «Nachdem wir in den vergangenen zwei Jahren von den coronabedingten Einschränkungen im Ausland-Geschäft in der Schweiz in einem nie dagewesenen Ausmass profitieren konnten, rechnen wir gegenüber 2019 aufgrund tieferer Beherbergungskapazitäten mit einem Rückgang», so Roger Seifritz. Bei den Belegungstagen resultiert derzeit ein Minus von 5%, beim Umsatz ein Minus von 4% gegenüber der Vergleichsperiode im Jahr 2019. Dies, weil Reka das Feriendorf Lenk für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung stellt und das neu gebaute Feriendorf Lugano-Albonago 2022 infolge seiner Eröffnung im Juli drei Monate weniger zur Verfügung stehen wird

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