Schweizer Reisebranche bleibt robust: Schweizer reisen trotz Krisen weiter

Herausgeber: Schweizer Reise-Verband (SRV) | 09. September 2026

Schweizer Reisebranche bleibt robust: Schweizer reisen trotz Krisen weiter 

Die Schweizer Reisebranche zeigt sich 2026 trotz geopolitischer Unsicherheiten, höherer Reisepreise und eines anspruchsvollen internationalen Reiseumfelds robust. Die Schweizerinnen und Schweizer verzichten nicht auf Ferien, sondern passen ihr Reiseverhalten an: Sie reisen selektiver, flexibler und preisbewusster. Gleichzeitig gewinnt das Bedürfnis nach Sicherheit und verlässlicher Beratung an Bedeutung. Nach einem herausfordernden Sommer stimmt der Ausblick auf Herbst und Winter zuversichtlich.

Das Reisejahr 2026 ist von geopolitischen Spannungen, einem heissen Sommer und veränderten Rahmenbedingungen geprägt. Für das Gesamtjahr rechnet der Schweizer Reise-Verband (SRV) mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig liegen die Reisepreise leicht über dem Vorjahresniveau, während sich die durchschnittlichen Dossierwerte stabil bis leicht positiv entwickeln. Die Entwicklung zeigt: Die Nachfrage bleibt vorhanden, verändert jedoch ihre Struktur.

Martin Wittwer, Präsident SRV, sagt: «Die Schweizerinnen und Schweizer wollen weiterhin reisen. Sie wägen ihre Entscheidungen angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen bewusster ab und wählen gezielter aus. Für die Reisebranche ist das ein Zeichen dafür, dass Reisen auch in einem anspruchsvollen Umfeld einen hohen Stellenwert behalten.»

Kein Reiseverzicht – die Nachfrage verändert sich

Die geopolitischen Spannungen sind für die Reisebranche 2026 der wichtigste Belastungsfaktor. Besonders Reisen in den Nahen Osten sowie Fernreisen nach Asien und Ozeanien sind davon betroffen. Hinzu kam der heisse Sommer in Europa, der die Nachfrage nach kurzfristigen Sommer-Buchungen beeinflusste.

Trotz dieser Faktoren bleibt die Reiselust der Schweizerinnen und Schweizer grundsätzlich hoch. Gleichzeitig wird genauer abgewogen, wohin, wann und zu welchem Preis gereist wird. Bei einem begrenzteren Budget wird eher die Anzahl der Reisen reduziert, während bei der einzelnen Reise weiterhin Wert auf Qualität und passende Leistungen gelegt wird.

Das zeigt sich auch bei den Dossierwerten: Die durchschnittlichen Ausgaben pro Buchung bleiben stabil bis leicht über dem Vorjahr. Preisbewusstsein bedeutet damit nicht automatisch eine günstigere Reise. Vielmehr vergleichen Kundinnen und Kunden Angebote stärker und entscheiden sich gezielter für Reisen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

Klassiker bleiben gefragt – neue Ziele legen zu

Bei den Sommer-Badeferien bleiben Spanien, Griechenland und die Türkei die wichtigsten Destinationen. Auf der Fernstrecke sind Kanada, Thailand und die Malediven die nachgefragtesten Ziele in der Reisebranche. Auch «Coolcations» – Reisen in nördliche Regionen – sowie die Balkan-Länder profitieren von einer stärkeren Nachfrage, wenngleich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als die klassischen Badeferiendestinationen. Über die vergangenen fünf Jahre ist die Nachfrage für «Coolcations» dennoch um rund 20% gestiegen.

Im Herbst sind insbesondere Griechenland, Zypern, Mallorca, Ägypten und die Kanaren gefragt. Derweil verzeichnet Tunesien eine überdurchschnittliche Zunahme. Im Winter bleiben Ägypten, Gran Canaria und Teneriffa bei den Mittelstrecken-, sowie Mauritius, die Malediven und Thailand bei den Fernreisen besonders beliebt, während die USA erneut einen Nachfragerückgang von rund 20% gegenüber Vorjahr verzeichnen.

Ausblick: Nachfrage zieht wieder an

Nach dem herausfordernden Sommer hellt sich der Ausblick auf. Für den Herbst 2026 sowie den Winter 2026/27 zeichnet sich eine steigende Nachfrage mit positiven Buchungseingängen ab. Die Branche blickt daher zuversichtlich auf das kommende Jahr und rechnet damit, das Vorjahresniveau mindestens erreichen zu können. Nach dem anspruchsvollen Reisejahr 2026 erwartet der SRV einen Nachholeffekt bei der Nachfrage. Gleichzeitig eröffnen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten für Planung, Beratung und Prozesse.

Andrea Beffa, Geschäftsführerin SRV, bilanziert: «Die Reisebranche hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie sich schnell auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen kann. Das wachsende Bedürfnis nach persönlicher Beratung, Sicherheit und verlässlicher Orientierung bietet der Branche zusätzliche Chancen und stimmen zuversichtlich.»

Krise zeigt Mehrwert der Reisebranche

Wie wichtig professionelle Reiseorganisation und persönliche Beratung sind, zeigte sich während des Ausbruchs des Irankriegs. SRV-Mitglieder organisierten mehr als 3'400 Umbuchungen, bearbeiteten über 20'000 Kundenkontakte und führten mehr als 1'600 gestrandete Reisende zurück. Dabei wurden Zusatzkosten von über CHF 2,3 Millionen übernommen. «Gerade in unsicheren Zeiten zeigt sich der Mehrwert der persönlichen Reiseberatung», so Andrea Beffa. «Wenn sich die Rahmenbedingungen kurzfristig ändern, brauchen Reisende kompetente Ansprechpartner, die ihnen Orientierung geben, Alternativen organisieren und sie auch in schwierigen Situationen unterstützen. Je komplexer das internationale Reiseumfeld wird, desto wichtiger werden kompetente Beratung, Flexibilität und Sicherheit.»

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