Parahotellerie Schweiz verzeichnet soliden Winterabschluss und starkes Sommerwachstum

Publisher: Parahotellerie Switzerland | 19 May 2026

Die Parahotellerie Schweiz schliesst den Winter 2025/26 mit stabilen Logiernächten und leicht wachsenden Umsätzen ab.  In einem von Wechselkursunsicherheiten und geopolitischen Spannungen geprägten Umfeld profitieren die sechs Partner – Reka, Schweizer Jugendherbergen, TCS Camping, Swisscamps, BnB Switzerland und Interhome – von einer soliden Inlandsnachfrage. Für den Sommer 2026 deuten die Buchungslagen auf deutliches Wachstum hin – TCS Camping liegt bereits 14 Prozent über dem Vorjahr, Reka neun Prozent. Rückenwind liefert eine veränderte Nachfragedynamik: Schweizer Reisende bleiben angesichts geopolitischer Unsicherheiten vermehrt im eigenen Land.

Während globale Unsicherheiten das Reiseverhalten beeinflussen, erweist sich die Parahotellerie Schweiz als widerstandsfähig. Die sechs Mitglieder melden einen soliden Winterabschluss und blicken sehr positiv auf den kommenden Sommer. Laut dem TCS-Reisebarometer 2026 stufen 33 Prozent der Schweizer Bevölkerung Auslandreisen als eher unsicher ein und 35 Prozent haben ihr Reiseziel angepasst – ein Rekordwert seit Einführung der Umfrage. Die Parahotellerie profitiert davon.

Stabiler Winterabschluss, unterschiedliche Dynamiken

Trotz starkem Franken, verhaltener Auslandsnachfrage und geopolitischen Unsicherheiten schlossen die Mitglieder den Winter 2025/26 mit stabilen bis leicht wachsenden Zahlen ab: Umsätze legten leicht zu, die Logiernächte hielten sich auf Vorjahresniveau.

Reka verzeichnet ein Umsatzplus von vier Prozent, bei Logiernächten, Belegungstagen und Reservationen liegt das Wachstum zwischen einem und zwei Prozent. Ein starker Januar prägte die Saison, während der März unter den Erwartungen blieb. Bemerkenswert: Ein ÖV-Pilotprojekt mit dem Kanton Luzern ermöglichte Reka-Gästen in Sörenberg eine kostenlose Anreise mit dem öffentlichen Verkehr – und stiess auf grossen Anklang. «Ein starker Jahresauftakt hat die schwächeren Monate im Frühjahr gut aufgefangen. Der Trend zu kürzeren, aber qualitativ hochwertigeren Aufenthalten setzt sich fort – das spiegelt sich auch in unserem Umsatzwachstum wider», sagt Roland Ludwig, Direktor Reka.

TCS Camping steigerte die Logiernächte über die sechs geöffneten Winterplätze – Flims, Lugano-Muzzano, Olivone, Samedan, Sion und Solothurn – um fünf Prozent. «Camping ist längst keine reine Sommersache mehr. Das wachsende Interesse an naturnahen Erlebnissen macht auch vor der kalten Jahreszeit nicht halt», sagt Oliver Grützner, CEO TCS Camping. Auch Swisscamps, der Verband mit 216 Mitgliedercampingplätzen in der ganzen Schweiz, verzeichnete eine solide Wintersaison. Hinter den erfreulichen Zahlen vollzieht sich die Branche jedoch ein struktureller Wandel und stellt die Betreiber der Campingplätze vor neue Anforderungen. «Die Branche ist in Bewegung. Themen wie Digitalisierung, Generationenwechsel und der Umgang mit den Folgen des Klimawandels prägen unsere Arbeit», sagt Marcel Zysset, Zentralpräsident Swisscamps.

BnB Switzerland blickt auf eine solide Saison zurück. Rund 70 Prozent der Gäste stammen aus der Schweiz, 30 Prozent aus dem nahen Ausland sowie aus den USA und Grossbritannien – eine stabile Basis, die BnB weitgehend unabhängig von geopolitischen Schwankungen macht.

Die Schweizer Jugendherbergen verzeichneten beständige Logiernächtezahlen und einen Umsatzzuwachs von 0,4 Prozent. Ein aussergewöhnlich starker Dezember sicherte die Gesamtbilanz, während die Monate Februar bis April hinter dem Vorjahr zurückblieben. 56 Prozent der Gäste kompensierten ihre Übernachtung mit einem freiwilligen Klimaschutzbeitrag.

Sommer 2026: Vorzeichen signalisieren Wachstum

Für den Sommer 2026 sind die Buchungslagen überwiegend erfreulich. Gezielte Investitionen in neue Angebote und Infrastruktur ergänzen den strukturellen Rückenwind durch die Inlandsnachfrage.

Die Schweizer Jugendherbergen melden ein Buchungsplus von 3,9 Prozent, getragen vor allem von der neuen Jugendherberge Genf, die am 16. Juli 2026 eröffnet: 176 Betten in 61 Zimmern, mit breitem Zimmermix für Gruppen, Schulen und Individualreisende. Ebenfalls abgeschlossen ist die Teilsanierung der Jugendburg Rotberg bei Mariastein: Das historische Haus mit 78 Betten bietet renovierte Zimmer und eine neue Erlebnisinstallation im Rittersaal. «Mit der neuen Jugendherberge Genf und der renovierten Burg Rotberg stärken wir unser Angebot gezielt», sagt Janine Bunte, CEO Schweizer Jugendherbergen und Präsidentin Parahotellerie Schweiz.

Auch bei Swisscamps ist die Lage erfreulich: Camping in der Schweiz bleibt mit durchschnittlich 55 Franken pro Familiennacht in der Hochsaison gegenüber dem europäischen Mittel von 45 Franken wettbewerbsfähig – zumal die Preise hierzulande mit plus drei Prozent deutlich moderater stiegen als im europäischen Durchschnitt von plus sieben Prozent. Zwei neue Mitglieder – der Camping Türlersee im Kanton Zürich und der Camping Gletscherdorf in Grindelwald – stärken das Netzwerk.

TCS Camping meldet mit plus 14 Prozent beim Buchungsstand das grösste Wachstum unter den Partnern. An Auffahrt eröffnete der Campingbereich des TCS Camping La Tène am Neuenburgersee nach dem Umbau mit 107 Touristen-Parzellen. Zusätzliche Comfort-Stellplätze folgen ab Juli in Morges, Martigny, La Tène, Orbe und Gordevio. Das Pop-Up Glamping Laax startet am 19. Juni und läuft bis 6. September 2026: Auf der 2000 Meter über Meer gelegenen Alp Nagens oberhalb von Laax öffnet das Baumwollzelt-Dorf mit neuen Highlights – mehr Raum sowie Plattformen für Yoga und Sternennächte.

BnB Switzerland erwartet in seinem Netzwerk mit rund 700 Gastgeberbetrieben eine stabile bis leicht wachsende Nachfrage, getragen von Bikern, Wanderern und Familien. «Die Nachfrage nach Kurzferien in der Schweiz bleibt hoch, weil viele Menschen in unsicheren Zeiten bewusst auf nahe und verlässliche Reiseziele setzen», sagt Dorette Provoost, Geschäftsführerin von BnB Switzerland.

Interhome beobachtet für den Sommer 2026 einen wachsenden Bedarf an Unterkunftsformen, die gemeinsame Zeit ohne Hotelrhythmus ermöglichen: Ferienhäuser und Ferienwohnungen gewinnen als Destination für Familien und Freundesgruppen weiter an Bedeutung – mit Freiheit, Privatsphäre und Komfort als Kernversprechen. Der Ferienhausvermittler rechnet mit starker Inlandsnachfrage nach grosszügigen Aufenthalten in den Bergen und in der Natur, ergänzt durch anhaltendes Interesse an Badeferien in den Nachbarländern Italien und Frankreich.

Bei Reka liegen die Reservationen neun Prozent über dem Vorjahr, die Belegungstage fünf und die Logiernächte vier Prozent. Der Umsatz dürfte sechs Prozent zulegen. Im Feriendorf Bergün entsteht als Teil der Kampagne «Insektenoase Parc Ela» ein naturnaher Garten mit einheimischen Wildpflanzen. In Urnäsch arbeiten das Reka-Feriendorf und das benachbarte Hotel Krone zusammen. Gäste profitieren von gegenseitigen Serviceleistungen etwa in Gastronomie, Schwimmbad und Rekalino. Zudem betreibt Reka im Hotel Krone und im «Huus zom Bronnetrog» zehn frisch renovierte Wohnungen mit viel Charme und Appenzeller Ambiance.

«Die Parahotellerie Schweiz bewährt sich auch in einem herausfordernden Umfeld als stabile Säule des Schweizer Tourismus. Die Inlandsnachfrage und innovative Angebote bilden unser Fundament», fasst Janine Bunte, Präsidentin der Parahotellerie Schweiz, zusammen.

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